Weltnierentag zum Thema: „Starke Nieren – funktionieren – kooperieren – pflegen“

Am 16. März 2019 fand im Vereinshaus des BSVOÖ und des VNOÖ eine gemeinsame Veranstaltung im Rahmen des Weltnierentags statt.

Obmann Rudolf Brettbacher durfte zu Beginn der Veranstaltung um 9:30 Uhr ca. 50 Gäste begrüßen.

Ein herzlicher Gruß galt den Ehrengästen: dem Obmann und Hausherrn des BSVOÖ Dr. Alex Niederwimmer, seiner Stellvertreterin Susanne Breitwieser, dem Finanzreferent des BSVOÖ Mag. Dr. Markus Steininger, OA Dr. Wallner vom Klinikum Wels-Grieskirchen, dem Präsidenten des OÖ Herzverbands Dr. Wolfgang Zillig, dem Landtagsabgeordneten Hans Karl Schaller, der in Vertretung der Landesrätin Gerstorfer gekommen war, Sr. Immaculata von den Elisabethinen und Sr. Roswitha von der Internen Nierenambulanz des KUK und nicht zuletzt von der Selbsthilfe Niere – Obmann Claus Pohnitzer und Schriftführerin Michaela Friedrich. Als Referenten freuten wir uns über Frau Mag. Gudrun Braunegger-Kallinger von ÖKUSS – Österr. Kompetenz- und Servicestelle für Selbsthilfe und emPrim.Dr. Reinhard Kramar.

Sr. Immaculata

  • Sr. Roswitha und Gerhard Bakun

Rudi Brettbacher betonte die Wichtigkeit der Selbsthilfegruppen. Ein ambitioniertes Ziel des VNOÖ ist, die Selbsthilfe als fixen Bestandteil im österreichischen Gesundheitssystem zu wissen. Weitere Themen des Vormittags waren „Starke Nieren“ und die Stärkung der Öffentlichkeitsarbeit.

Außerdem hatte unser Obmann die ehrenvolle Aufgabe, unseren langjährigen Mitarbeiterinnen im Vorstand Elisabeth Arbeithuber und Maria Kuritko eine Dankesurkunde und ein Geschenk des Landes OÖ überreichen zu dürfen. Beide wurden für ihre langjährige aktive Mitarbeit im VNOÖ geehrt! Herzliche Gratulation und ein herzliches Dankeschön an euch beide!

vl. Sr. Immaculata, Dr. Wolfgang Zillig, Elisabeth Arbeithuber, Maria Kuritko, Hans Karl Schaller, Rudolf Brettbacher und Christian Deimel

Anschließend begrüßte auch der Obmann des BSVOÖ Dr. Niederwimmer die Gäste und wies auf die positiven Effekte der Kooperation der beiden Vereine hin. „Gemeinsam Gehen, Sehen, Lachen und Feiern“ ist ein gutes Motto für eine gelungene Zusammenarbeit!

Dr. Alexander Niederwimmer

Auch der Präsident des OÖ. Herzverbands Dr. Wolfgang Zillig und der Landtagsabgeordnete Hans Karl Schaller begrüßten mit persönlichen Worten die Gäste.

Dr. Wolfgang Zillig

Hans Karl Schaller

Prim. Dr. Reinhard Kramar leitete seinen Vortrag mit der Vorstellung eines amerikanischen Nierenpatienten ein. Dieser entschied sich bei der Nierenersatztherapie für die Peritonealdialyse und fühlte sich dabei durch die quantitative Beratung durch den Arzt gut geschult und aufgehoben. Die Laborwerte waren gut im gewünschten Bereich und auch die täglich erforderlichen Beutelwechsel waren für den Patienten kein Problem. Trotz seiner fachlichen Kompetenz fühlte er sich auf sich allein gestellt. Hämodialysepatienten sind während der Behandlung nie allein – andere Patienten sowie PflegerInnen und ein Arzt sind während der Dialyse ständig erreichbar. Seine qualitative und persönliche Unterstützung fand dieser Patient durch den Kontakt zu Gleichgesinnten in einer Patientenvereinigung, also durch die Selbsthilfe. Und es ist ja erwiesen, dass Nierenkranke, die Mitglieder einer Selbsthilfegruppe sind, nachweislich bessere Werte aufweisen.

Prim. Dr. Reinhard Kramar

Jeder 10. Mensch hat ein Problem mit der Niere. Risikofaktoren sind Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen und Adipositas (Übergewicht). Außerdem stellt eine Nierenerkrankung ein erhöhtes Risiko für das Herz dar. Viele Dialysepatienten erreichen nicht das Ziel der Transplantation aufgrund einer Herzerkrankung.

Anhand interessanter Statistiken präsentierte Dr. Kramar Zahlen hinsichtlich Anzahl der Transplantationen in den verschiedenen Ländern, Altersstrukturen von nierenkranken Personen sowie dem Zusammenhang zwischen Übergewicht und Rauchen mit der Dialysepflicht.
Dr. Kramar stellte auch kurz den Zukunftsbericht Nephrologie vor. Eine wichtige Aufgabe sehen die Nephrologen in der individualisierten Betreuung von Nierenpatienten.

Frau Mag. Gudrun Braunegger-Kallinger von ÖKUSS – Ö. Kompetenz- und Servicestelle für Selbsthilfe – präsentierte bei ihrem Vortrag die Ziele ihrer Arbeit:

Mag. Gudrun Braunegger-Kallinger

Stärkung der Bürger- und Patientenbeteiligung im öst. Gesundheitswesen
Steigerung der Selbsthilfeaktivitäten
Stärkung der bundesweiten SHG in ihren Aktivitäten

Die Themen ihres Vortrags waren:

  • Gesamtkonzept zur öffentlichen Förderung der Selbsthilfe 2018
  • Ergebnisse einer Studie zur Wirkung von Selbsthilfegruppen (Studie einer dt. Statistik)

96 % einer SHG haben das Gefühl, nicht alleine zu sein
92 % können offen über ihre Probleme sprechen
90 % profitieren von Erfahrungen der anderen
80 % lernen, die Erkrankung besser zu bewältigen
60 % empfinden die Teilnahme positiv für Familie/Partnerschaft
56 % sind durch die SHG weniger durch die Erkrankung belastet

  • Herausforderungen in der SHG

Schwierigkeiten, Mitglieder für Aufgaben zu aktivieren
Ehrenamtliche kommen an die Grenzen ihrer Kräfte, es gibt keine Mittel für
hauptamtliches Personal

  • Aspekte zu Kooperationen

Ziele können besser verwirklicht werden, zusammen können mehr Ressourcen, Kompetenz, Wissen, größere Reichweite, besserer Einfluss, und vieles mehr genutzt werden

  • Vision 2030:

Eine gemeinsame Selbsthilfe aller Patienten
Die Selbsthilfe ist fixer Bestandteil in Entscheidungen des Gesundheitssystems
Nötige Rahmenbedingungen sind nachhaltig aufgebaut, Netzwerke sind gebildet

Zum Abschluss dieser gelungenen Veranstaltung dankte Obmann Rudi Brettbacher allen Gästen für das Kommen, besonders unseren Ehrengästen sowie den Vortragenden und lud alle Anwesenden zum vorbereiteten Buffet ein.

–> weitere Fotos

 

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