Nierennerven-Verödung gegen starke Hypertonie

Paris/Wien (APA) – Seit einigen Jahren gibt es mit der Verödung von Nierennerven eine neue Behandlungsmethode bei sonst schlecht behandelbarem Bluthochdruck. Laut der Auswertung aus dem österreichischen Register für diese Therapie profitieren davon besonders Patienten mit sehr starker Hypertonie, Frauen und Nichtdiabetiker, hieß es beim Europäischen Kardiologenkongress in Paris (bis 4. September).

Bei der nicht-medikamentösen Bluthochdruck-Therapie werden von der Leiste ausgehend über das Gefäßsystem die beiden Nierenarterien mittels Katheter aufgesucht und Nervenstränge, welche die Gefäße umgeben, verödet. Dieses etwa eine Stunde dauernde Verfahren führt zu einer Entspannung der Niere, der Blutdruck fällt. Das Prinzip dieser „renalen Denervierung“ wurde speziell für Patienten entwickelt, bei denen mit den bisher verfügbaren Methoden die Hypertonie nicht ausreichend beherrscht werden kann.

Nicht bei allen Patienten effektiv

Die Methode wird bereits weltweit eingesetzt, ist aber nur bei einem Teil der Patienten effektiv. Um jene Patienten zu identifizieren, die am meisten von dieser Behandlungsmethode profitieren, wurde in Österreich das Österreichische Renale Denervierungsregister aufgebaut. In dieses wurden die anonymisierten Daten nahezu jedes Patienten einbezogen, der in Österreich einer renalen Denervierung unterzogen wurde.

Die Autoren um David Zweiker, Kardiologe am Wiener Wilhelminenspital, werteten im Rahmen der wissenschaftlichen Untersuchung die Daten von 291 Patienten aus, die zwischen April 2011 und September 2014 behandelt worden waren. Das mittlere Alter der Hypertoniker betrug 64 Jahre, 43 Prozent waren Frauen. Vor der Kathetertherapie lag der mittlere ambulant gemessene systolische Blutdruck der Betroffenen bei 150 mmHg, der diastolische Blutdruck bei 89 mmHg trotz sonstiger Therapie. Durch die Denervierungs-Prozedur sank schließlich der mittlere systolische Blutdruck um neun mmHg, der diastolische immerhin auch um sechs mmHG.

Vor allem Frauen und Nicht-Diabetiker profitieren

„Wir konnten zeigen, dass vor allem Frauen und Nicht-Diabetiker von diesem Verfahren im Sinne einer besseren Blutdrucksenkung profitieren. Die Ergebnisse wurden in der weltweit zweitwichtigsten wissenschaftlichen Hypertoniezeitschrift Journal of Hypertension publiziert. Sollten sich in weiteren Studien die Ergebnisse bestätigen, haben es künftig Ärzte leichter, für Patienten mit schwer einstellbarer Hochdruckerkrankung die beste und wirkungsvollste Behandlungsmethode zu finden“, berichtete Zweiker in Paris. An dem Kongress nehmen mehr als 30.000 Kardiologen teil.

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