ANÖ-Tagung 27. – 29. September 2019

Im Seehotel Dr. Jilly in Pörtschach am Wörthersee

Die diesjährige Herbsttagung der ARGE Niere Österreich führte uns nach Kärnten ins Seehotel Dr. Jilly in Pörtschach. Von diesem direkt am Wörthersee gelegenen wunderschönen Hotel wird auch eine Feriendialyse angeboten. Das Dialysezentrum liegt in unmittelbarer Nähe des Hotels und wird von einem professionellen Team durchgeführt.

Im Lauf des Nachmittags trafen die Sitzungsteilnehmer mit ihren Angehörigen bei wunderschönem Spätsommerwetter in Pörtschach ein. Während der Vorstand der ANÖ ab 15:30 Uhr seine Vorstandssitzung abgehalten hat, durften sich die anderen Teilnehmer auf der sonnigen Terrasse begrüßen und erste Gespräche und Neuigkeiten austauschen.

Um 17:00 begrüßte der Obmann des Vereins Niere Kärnten Gernot Waste alle Gäste sehr herzlich. Als Ehrengäste durfte er die Gesundheitslandesrätin Dr. Beate Brettner, die Bürgermeisterin von Pörtschach Mag. Silvia Häusl-Benz sowie EOA Dr. Jean Theis vom LKH Villach willkommen heißen.
Ein herzliches Dankeschön galt der Familie Dr. Jilly sowie dem Hoteldirektor Andreas Rieser für die Gastfreundschaft im Seehotel. Nach den Grußworten der Ehrengäste und der Begrüßung durch den Präsidenten der ANÖ Rudolf Brettbacher hielt Dr. Theis einen Vortrag zum Thema. 

Herzkreislauf-Erkrankungen nach Nierentransplantation

Zu Beginn erklärte EOA Dr. Theis, dass sich die Symptome und die Gründe für eine Herzkreislauferkrankung bei Nierentransplantierten nicht wesentlich von anderen Patienten unterscheiden. Bei 57 % aller Herzkreislauferkrankungen ist die Ursache Bluthochdruck. Wie allgemein bekannt ist, kann eine Verbesserung durch regelmäßige Bewegung, Ernährung, nicht Rauchen und durch eine allgemein gesündere Lebensweise erreicht werden. In Österreich gibt es ein West-Ost-Gefälle bei der Anzahl dieser Erkrankungen. Auffallend ist auch, dass die Häufigkeit unter anderem vom Bildungsstandard und in weiterer Folge auch von der finanziellen Situation der Betroffenen abhängt. Die Hauptursache aller Herzkreislauferkrankungen ist die Arteriosklerose, der Alterungsprozess der Blutgefäße, beeinflusst durch Einlagerung von Blutfetten und Kalkablagerungen. Ziel muss daher sein, den Cholesterinwert möglichst niedrig zu halten.

Ein Hauptaugenmerk muss auf die Prävention gelegt werden. Es wäre wichtig, dass bei Risikopatienten mit zB Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht oder zu hohem Cholesterin routinemäßig Werte wie Kreatinin, Eiweiß im Harn und GFR bei Blutuntersuchungen mitbestimmt werden.

Zusammenfassend ist für Transplantierte wichtig:

  • Reduktion der Risikofaktoren
  • Bei Bedarf eventuell Individualisierung der Immunsuppression

Nach diesem interessanten Vortrag durften alle Teilnehmer ein ausgezeichnetes Abendessen genießen und den Abend mit netten Gesprächen ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen erwartete um 9 Uhr die Sitzungsteilnehmer eine dicht gedrängte Tagesordnung, während die Angehörigen zum Rahmenprogramm aufbrachen.

Rahmenprogramm:

Unsere Reiseleiterin Elke erwartete uns schon bei den Bussen und wir starteten mit unseren Ausflugszielen:

Die erste Station war das – Strandbad in Klagenfurt.
Anschließend besuchten wir das aufsehenerregende Projekt des Künstlers Klaus Littmann
– For Forest im Klagenfurter Fußballstadion. Mit rund 300 Bäumen, von denen einige bis zu 6 Tonnen wiegen, gestaltete der Landschaftsarchitekt Enzo Enea einen mitteleuropäischen Mischwald über das ganze Spielfeld. Das Projekt versteht sich auch als Mahnmal dafür, dass die Selbstverständlichkeit der Natur eines Tages nur noch in ihr zugewiesenen Gefäßen bestaunt werden könnte, wie das zum Beispiel bei Tieren im Zoo der Fall ist.
Unser nächstes Ziel war die faszinierende -Fuchskapelle in der Stadthauptpfarrkirche St. Egid. In 20-jähriger Arbeit gestaltete der österreichische Künstler Ernst Fuchs in seiner eigenwilligen Art und Weise diese eindrucksvolle Kapelle mit Themen aus der Geheimen Offenbarung des Johannes.
Unsere nächsten Ziele waren die – Burg Hochosterwitz und nach einem kurzen Stopp beim – Herzogstuhl die – Burgruine Glanegg. Diese wurde erst 1996 von der Gemeinde Glanegg gepachtet und dem Burgverein Glanegg zur Revitalisierung übergeben. Werner, ein Mitglied des Vereins Niere Kärnten und des Burgvereins Glanegg, führte uns durch die Burgruine. In vielen tausenden Arbeitsstunden wurden Tonnen von Schutt abtransportiert und die Räume so wiederhergestellt, dass heute Konzerte und Theateraufführungen stattfinden und diverse Anlässe, wie zB Hochzeiten und Taufen gefeiert werden können. Werner organisiert einmal jährlich ein Grillfest für den Verein Niere Kärnten, auf das sich die Mitglieder immer wieder sehr freuen. Zum Abschluss unseres Ausflugs wurden wir noch zu einer – Weinverkostung eingeladen. Der Wein wird auf den Hängen rund um die Burgruine Glanegg angebaut und alle 5 Sorten schmecken vorzüglich.

Vielen herzlichen Dank für die Organisation dieses wunderschönen Ausflugs und ein ebenso herzliches Dankeschön an Elke und Werner für die Reiseleitung!

Zusammenfassung der Tagung:

Nach der allgemeinen Eröffnung beglückte Rudolf Brettbacher die Geburtstagskinder zu ihren erst kürzlich gefeierten „runden und halbrunden“ Geburtstagen. Das Protokoll der Frühjahrstagung wurde einhellig zur Kenntnis genommen.

Tome Brane zu Gast als Berichterstatter aus Slowenien

Bei der ANÖ-Tagung in Kärnten war auch ein Vertreter der Selbsthilfe Sloweniens anwesend. Herr Tome Brane berichtete sehr ausführlich und in einem ausgezeichneten Deutsch über das Vorhaben ein Transplantnetzwerk Süd/Ost-Europa nach dem Vorbild nordeuropäischer Länder installieren zu wollen. In Bosnien, Montenegro, Mazedonien gäbe es wenig bis gar keine Transplantationen. In der Slowakei werden keine Lebendspenden durchgeführt.

Nach dem Bericht aus Slowenien will Rudolf Brettbacher den Kontakt zum Netzwerk Alpe Adria vertiefen. Das nächste Treffen findet bereits im November in der Schweiz statt.

Patienten sollen auf keinem Fall ohne Rücksprache Medikamente ändern

Zur angespannten Situation für Transplantierte, dass es mittlerweile zu Medikamentenengpässen bei immunsupprimierten Medikamenten gekommen ist, berichtete Rudolf Brettbacher, dass der Bundesverband der Selbsthilfe Österreich bereits informiert worden sei und die Vorsitzende Gespräche mit der Pharmig aufnehmen werde. Zur Thematik Medikamentenengpass wurde auch gewarnt, dass Patienten auf keinem Fall ohne Rücksprache mit dem Transplant- oder Nephrologie Zentrum ändern oder gar absetzen sollen.

Herausgabe der „Österreichischen Nieren Nachrichten“ beschlossen

Ein ganz wesentlicher Punkt der Tagung war wohl der Haupttagungspunkt Herausgabe einer eigenen österreichweiten Zeitung für alle Bundesländervereine. Viele Sichtweisen wurden schon in der Frühjahrtagung der ANÖ in Oberösterreich erläutert.

Alle stimmberechtigten Mitglieder der ANÖ stimmten für die neue Zeitung. Ende des Jahres werden die Bundesländerzeitungen das letzte Mal erscheinen und bereits in den Weihnachtsausgaben ankündigen, dass mit Jänner 2020 die neue österreichweit erscheinende Patientenzeitung „Österreichische Nieren Nachrichten“ erscheinen wird.

Zum Abschluss dieser Tagung fand am Sonntag um 11:30 Uhr ein Dankgottesdienst für den Nierenverein Kärnten in der Pfarrkirche Pörtschach statt. Auch wir Oberösterreicher nahmen daran teil und erlebten eine besonders persönlich und berührend gestaltete Feier.

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