Lebensqualität mit neuer Niere

Für den Kirchdorfer Franz Wasserbauer begann mit der Nieren/Pankreas-Transplantation vor 15 Jahren ein neues Leben.
Der Bankangestellte hatte zuvor seit frühester Kindheit an Diabetes gelitten, wodurch auch seine Nieren und die Augen beeinträchtigt wurden. Trotz Erkrankung stand der zweifache Familienvater immer voll im Leben.

Um die Dialyse möglichst lange hinauszuzögern, betrieb Franz Wasserbauer viel Sport, auch nach der Transplantation geht er u. a. gerne walken. Er hat sogar eine eigene Walking-Gruppe für Transplantierte ins Leben gerufen.

Erstmals veranstaltete der Verein Niere Oberösterreich in Linz ein Symposium zur Individualisierten Therapie von Transplantierten. Etwa 250 Betroffene und Interessierte waren der Einladung gefolgt. Für Pflegekräfte, die in diesem Bereich tätig sind, gab es zudem eine Fortbildung.

Franz Wasserbauer war bei OSIN ein Teilnehmer, der weiß, was es heißt, mit fremden Organen zu leben. „Ich wollte nicht wissen, wer mir die Niere und die Bauchspeicheldrüse gespendet hat, um mich nicht damit zu belasten. Aber ich lasse jedes Jahr als Dank eine Messe lesen“, sagt Franz.

Begonnen haben seine gesundheitlichen Probleme bereits in früher Kindheit. Mit drei Jahren wurde bei dem Buben, der drei ältere Schwestern hat, Diabetes festgestellt. Dem Kleinen mussten täglich Insulinspritzen verabreicht werden, deren Nadeln so dick waren wie ein feiner Nagel und die mit jeder Verwendung stumpfer wurden. „Ich habe heute noch eine Spritzenphobie“, erzählt er. Zwischen dem vierten und neunten Lebensjahr entgleiste sein Zuckerhaushalt einmal im Jahr dermaßen, dass der Bub in der Linzer Kinderklinik landete. Das Wissen über Diabetes Typ I sei damals am Land noch nicht so ausgeprägt gewesen. Mit der zweiten, dritten Klasse Volksschule war er dann selbst in der Lage, sich das lebensnotwendige Insulin zu spritzen.

Im Zuge eines Reha-Aufenthalts mit 19 Jahren wurde sein Wissen über die Krankheit größer. Durch den phasenweise schlecht eingestellten Zucker wurden die Augen in Mitleidenschaft gezogen und die Nierenfunktion schleichend schlechter. Dank zweier Laser-Operationen 1978 und 1981, bei der die sich ablösende Netzhaut fixiert wurde, konnte sich der Bankangestellte die Sehkraft aber gut erhalten. 1997 wurde ihm erstmals mitgeteilt, dass innerhalb des nächsten Jahres eine Dialyse fällig werden wird.

Gemeinsam mit seiner Frau Olga stellte er seine Ernährung um und begann mehr Sport – Walken und Radfahren – zu betreiben. Auf diese Weise konnte der zweifache Vater den Start der Dialyse um acht Jahre hinauszögern. Doch durch ein Kontrastmittel bei einer Augenuntersuchung ging es dann rasch. Ab November 2004 war drei Mal pro Woche nach der Arbeit die mehrstündige Dialyse im Linzer AKH angesagt. Wasserbauer kam damals immer erst gegen Mitternacht nach Hause, knappe sechs Stunden Schlaf mussten reichen. Seine Frau hatte alles zu schultern, die Kinder Marion (heute 31) und David (26) bekamen ihren Vater kaum noch zu Gesicht.

Schnell stand der Entschluss fest, sich auf die Warteliste für eine Nieren- und Pankreas- Transplantation setzen zu lassen. Nach zwei Fehlalarmen kam am Ostermontag 2005 der entscheidende Anruf. Gleich nach einer Dialyse trat der Kirchdorfer die Fahrt nach Innsbruck an, wo ihm am 29. März 2005 die beiden Organe in einer rund achtstündigen Operation transplantiert wurden.

Nach drei Wochen Spitalsaufenthalt ging es mit leicht erhöhter Temperatur nach Hause. Doch am nächsten Tag war das Fieberthermometer auf 40 Grad geklettert. Mit Vollgas fuhr ihn seine Frau nach Linz ins AKH, wo ihm ein Antibiotikum verabreicht wurde. Der Frischtransplantierte sollte aber gleich wieder nach Hause fahren, um sich nicht noch einen Krankenhauskeim einzuhandeln.

„In dieser Situation hat man schon etwas Panik, aber ich hatte nie an meiner Entscheidung gezweifelt und würde die Transplantation jedem empfehlen“, sagt der Banker. Interessant war nur, dass er seither die Sonne meiden muss und ihm auch Duschwasser schnell zu heiß ist. Obwohl Wasserbauer seit der OP keinen Diabetes mehr hat, hat er eine gewisse Schonkost beibehalten. Sein Geschmack hat sich aber zu seinem Erstaunen leicht verändert.

Trotz der notwendigen Immunsuppressiva gegen eine Abstoßungsreaktion steht Franz Wasserbauer die klassische Grippezeit dank Impfung sehr gut durch. Den Gesundheitscheck alle zwei Monate nimmt er für die neu gewonnene Lebensqualität gerne in Kauf. Dankbar ist er, dass er durch die neuen Organe bereits seit 15 Jahren eine neue Lebensqualität erleben darf.

Franz Wasserbauer

–> Bericht im Volksblatt.at

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